Nils Holgersson hielt sich fest an Martins warmen Federn, während die große Schar der Wildgänse langsam an Höhe verlor. Unter ihnen breitete sich eine weite Wiese aus, die im goldenen Abendlicht schimmerte. „Dort unten“, rief Martin mit ruhiger Stimme, „liegt unsere Landebahn für heute Nacht!“
Die Gänse formierten sich zu einem weiten Kreis. Es war ein beeindruckendes Schauspiel: Flügel rauschten im Gleichklang, und Nils spürte den sanften Luftzug von hunderten Federn. Sein Herz klopfte vor Aufregung. Noch nie hatte er eine so perfekte Landung erlebt.
Mit einem eleganten Schwung setzte Martin zuerst auf. Nils sprang vorsichtig ins weiche Gras. Um ihn herum landeten die anderen Gänse eine nach der anderen. Ein leises Schnattern erfüllte die Luft, als würden sie sich gegenseitig von der gelungenen Reise erzählen.
„Jede gute Reise braucht einen sicheren Ort zum Rasten“, erklärte Martin und schüttelte seine Flügel. „Hier können wir Kraft sammeln.“
Nils blickte über die Wiese. Zwischen hohen Gräsern glitzerten Tautropfen wie kleine Sterne. In der Ferne rauschte ein Bach, und die untergehende Sonne tauchte alles in warmes Rot. Er fühlte sich klein in dieser großen Welt – und zugleich unendlich frei.
„Martin“, sagte Nils leise, „mit euch zu reisen ist wie ein Traum. Jede Landung bringt uns an einen neuen Ort voller Wunder.“
Martin neigte den Kopf. „Und jedes Wunder erinnert uns daran, wie wichtig Zusammenhalt ist. Allein könnten wir diese Reise nicht schaffen.“
Nils setzte sich ins Gras, umgeben von der schnatternden Schar. Er wusste, dass morgen ein neuer Flug wartete, neue Landschaften und neue Abenteuer. Doch für diesen Moment genoss er die Ruhe der Landebahn, die Gemeinschaft der Gänse und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.