Fritzlar - eine besondere Stadt. Gehe zum Startpunkt
(Cache-Koords). Dort befindest Du Dich im (öffentlich zugänglichen)
Innenhof eines historischen Gebäudes. Mit dem Gebäude im Rücken
siehst Du auf dem Rasen zwei Reihen historischer Steine. Zähle die
Anzahl der Steine (hintere Reihe Anzahl = A; vordere Anzahl = B).
Nun gehe zum Haupteingang (auch direkt vom Hof aus sichtbar) und
betrachte die Inschrift in dem "Steinhaus" über dieser Türe.
Wieviele Zeilen Text hat es dort (Anzahl Zeilen = C)?
Nun rechne etwas: Der Final liegt außerhalb der Stadtgrenzen an
einem anderen historisch (etwas weniger) bedeutsamen Ort mit den
Koordinaten N51.08.DEF E009.17.GHI .
Hierbei sei D=A-1 , E=B-1 , F=C-12 ; G=A-4 , H=A+B , I=C-A-B-4 .
Die Quersumme von DEF ist 8 und die von GHI ist 11.
Der Weg von Station 1 zu 2 ist kürzer als 3 km Luftlinie. Mit
dem Auto dauert dieser Mini-Multi insgesamt ca. 30 Minuten.
Viel Spaß und vielleicht besuchst Du das Gebäude von Station 1
auch mal im inneren.
Infos zu Fritzlar:
Lunchtime Cache
Dogs
Allowed
Available year-round
Bicycles permitted on paths
Less than 500 ft. from car to cache
Accessible in Winter
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Deutschland wurde in der kleinen nordhessischen Stadt Fritzlar
geboren.
So provokant das im ersten Augenblick klingen mag, hat die
Aussage doch Manches für sich: Als Konrad I., der erste
ostfränkische König aus nicht-karolingischen Haus im Jahre 918 die
Augen schloss, kamen die Großen des Reiches in der Stadt an der
Eder zusammen und schufen mit der Wahl des liudolfingischen
Sachsenherzogs Heinrich zu ihrem neuen Herrscher die Grundlage
dessen, was einmal sacrum imperium romanum heißen sollte und damit
die Grundlage Deutschlands. Fritzlar als Ort der Zusammenkunft
hatte sich vor Allem aufgrund der Verkehrsgunst angeboten. Die an
der Wahl beteiligten Franken, Sachsen und Thüringer hatten keine
weiten Wege auf sich zu nehmen. Zudem war Fritzlar schon in
vorchristlicher Zeit ein bedeutsamer Ort gewesen: Eine alte,
ehrwürdige Eiche war hier dem Gott Donar geweiht gewesen. Als im
Jahre 723 der Missionar Bonifatius den Donar-Anhängern die
Übermacht des Christengottes hatte demonstrieren wollen, hatte er
die Eiche kurzerhand gefällt. Als Zorn und Strafgericht Donars
ausblieben, waren die Heiden von der höheren Effizienz des
Bonifatius-Beschützers überzeugt. Aus dem Holz der Donareiche ließ
der Missionar St. Petri, die erste christliche Kirche Fritzlars
errichten.
Zum Schutze der jungen christlichen Ansiedlung wurde die auf der
anderen Seite des Edertals gelegene Büraburg bestimmt, welche
zunächst auch den Bischofssitz für die Region aufnahm, bevor St.
Petri, inzwischen repräsentativ aus Stein errichtet, im Jahre 747
zur Domkirche erhoben wurde.
Die Salierkaiser Heinrich III. und Heinrich IV. hielten in der
leider nicht erhaltenen Kaiserpfalz glanzvolle Hoftage ab. Schon
unter Heinrich IV. begann sich der sächsische Norden des Reiches
indes zunehmend zu entfremden. Unter Heinrich V. wurde Fritzlar,
das noch unter Heinrich IV. an das Erzbistum Mainz gelangt war, gar
zu einem der Zentren der Opposition unter Erzbischof Adalbert. Der
Norden des Reiches war dem Königtum nun, abgesehen von kurzen
Zwischenspielen unter Lothar von Süpplingenburg, Otto IV. oder
Wilhelm von Holland, verschlossen und damit sank auch die Bedeutung
Fritzlars. Im Jahre 1232 legte Konrad, der ludowingische Landgraf
von Thüringen, die Stadt in Schutt und Asche. Die damals
vielbeachtete Freveltat wurde von Konrad später als Grund für
seinen Eintritt in den Deutschen Orden angegeben, zu dessen
Großmeister er schließlich aufstieg. Gegen militärische Angriffe
wusste sich die Stadt seitan mit ihrem gewaltigen Mauerring zu
schützen, der in weiten Teilen bis heute erhalten ist. Einen
anderen Gegner, die im Spätmittelalter immer wiederkehrende Pest,
die besonders während der Epidemie am Ende des 15. Jahrhunderts
grausame Ernte hielt, konnte man so indes nicht ausschließen.
Während der langen Jahrhunderte der Neuzeit versank Fritzlar,
überstrahlt vor Allem auch vom nahen Kassel, politisch in der
Bedeutungslosigkeit, doch war das aus der heutigen Perspektive ein
unerhörter Glücksfall, denn so konnte sich das mittelalterliche
Stadtbild Fritzlars, ein architektonisches Ensemble mit
faszinierendem Ambiente bis auf den heutigen Tag
erhalten.