Castroper Altstadt
Ein kleiner Rundgang durch die Castroper Altstadt,
Castrop, der historisch bedeutendste Stadtteil Castrop-Rauxels, ist
urkundlich erstmalig im Jahre 834 nachweisbar. In der Urkunde, als
Abschrift aus dem 10./11. Jh. des verlorengegangenen Originals im
Codex Vossianus Latinus überliefert und heute in der
Universiteitsbibliotheek Leiden aufbewahrt, wird ein
Grundstückstausch zwischen dem Münsteraner Bischof und Abt der
damaligen Benediktinerabtei Werden Gerfrid und einem Frithuard aus
Heisingen rechtlich fixiert. Bischof Gerfrid tauschte damals u.a.
Grundbesitz in der villa que dicitur castorp gegen Land in
Heisingen, in der Nähe Werdens.
Die villa castorp war sehr wahrscheinlich ein .Gebäudekomplex, der
mitten in weide- und agrarwirtschaftlich genutzten Ländereien
(lag), ein Gehöft oder eine kleine Anhäufung mehrerer Gehöfte. Der
erste Bestandteil des Namens castorp, althochdeutsch chasto, kann
wohl als Speicher gedeutet werden. Der zweite Namensbestandteil ist
unbestreitbar -torp oder -trop und bedeutet Dorf. Folglich wäre
Speicherdorf eine plausible Erklärung des Namens Castrop.
Nun zum Cache
Parken bei N 51°33,116 E 7°18,523 kostenlos oder irgendein anderer
Parkplatz in Castrop, die Cachereihenfolge ist egal und kann nach
belieben abgearbeitet werden.Wir schlagen aber vor, die Tour der
Reihe nach abzuarbeiten. Besondere Kenntnisse sind eigentlich nicht
erforderlich,
der obligatorische Taschenrechner und Kenntnisse römischer Zahlen
sind Pflicht. Im Dezember könnte eine Taschenlampe helfen.
Da wir uns in Innenstadtlage befinden ist der GPS-Empfang nicht
immer gut, die Stationen sollten aber alle zu finden sein.
Es sind ca. 2,5 km Fußweg zu bestehen, als Zeitaufwand ist mit ca.
1,5 Stunden zu rechnen, das Final liegt im Wald .
Station 1 Taubenvatta
(Künstler Franz-Josef Kampmann)
N 51°33,143 E 7°18,585
Das Denkmal zeigt einen "Taubenvatta" bei seiner Passion - es ist
insgesamt zweiteilig gestaltet und stellt eine Verbindung mit dem
angrenzenden Eckhaus her: Im Giebel befindet sich nämlich ein
Taubenschlag mit einer Taube; das Gesamtobjekt ist aus Bronze
gefertigt. Unmittelbar neben dem "Taubenvatta-Denkmal" ist bei
Ausschachtungsarbeiten für die Neugestaltung der Oberen
Münsterstraße ein historischer Brunnen wiederentdeckt worden.
Symbolisch ist an dieser Stelle ein Springbrunnen im gleichen
Durchmesser geschaffen worden, verbunden mit einem
kaskadenähnlichen freien Wasserlauf.
Westlich von
Euch findet Ihr den Eingang zu dem jüdischen Friedhof.
Er ist der älteste noch erhaltene Friedhof Castrop-Rauxels und der
älteste erhaltene jüdische Friedhof im Kreis Recklinghausen. Die
Erlaubnis zu seiner Anlage erhielten am 19. 4. _ _ _ _ (
ist gleich Jahreszahl der Gründung des Friedhofs = A) Josef und
David Levi, die Söhne von Berend Levi, dem ersten jüdischen
Einwohner Castrops, vom Bürgermeister und Rat der Freyheit Castrop.
Er diente den jüdischen Einwohnern fast zweihundert Jahre als
Begräbnisstätte. Die ältesten noch vorhandenen Grabsteine stammen
aus der Mitte des 19. Jhs. Die letzte Beisetzung erfolgte im August
1939. Seit dem 27. 7. 1942 lebten keine jüdischen Einwohner mehr in
Castrop-Rauxel, nachdem an diesem Tag die letzten Castrop-Rauxeler
Juden nach Dortmund deportiert worden waren und von dort in die
Ghettos und Konzentrationslager Ostmitteleuropas gebracht
wurden.
Der Friedhof überstand glücklicherweise die NS-Zeit und ist heute -
wenn auch nicht mehr ganz in seiner ursprünglichen Gestalt - . eine
Stätte der Erinnerung an die etwa 250jährige Geschichte der Juden
in Castrop-Rauxel.
Auf zur
nächsten Station,
einen kurzen Zwischenhalt sollte man bei der Kronen-Apotheke
machen
N
51°32,989 E 7°18,621
Im Eingang kann
man ein Mosaik bestaunen und im Schaufenster sind immer Bilder aus
dem historischen Castrop zu finden.
Station 2 Lambertusplatz (Brunnen von Bildhauer
Jan Bormann)
N
51°32,910 E 7°18,629
Ihr steht nun
auf dem Lambertusplatz, das Straßenpfläster wurde in den 80er
Jahren neu gestaltet. Es soll an die Bergbauvergangenheit Castrops
erinnern.
Der Bildhauer Jan Bormann gestaltete den Brunnen. Wie viele
Granitwürfel laden zum verweilen ein ?
_ = B
Da in der
Weihnachtszeit und zur Kirmes das Zählen schwer fallen kann, ein
kleiner Tipp: B läßt sich durch 3 teilen.
Station 3 Simon-Cohen-Platz
N
51°32,916 E 7°18,560
Von der 2.
Hälfte des 18. Jhs. an gab es im Hause des Joseph Levi in der
späteren Münsterstr. - im Kataster des Jahres 1826 das Haus
Nr. 9 - einen Betraum. Joseph Levi war damals Vorsteher
der Judenschaft in Castrop. 1844 kaufte die Gemeinde -
Vorsteher war damals Raphael Louis - ein Grundstück am
heutigen Simon-Cohen-Platz, um dort eine Synagoge - äußerlich
ein Fachwerkhaus - zu errichten. Die Synagoge wurde Mitte Aug.
_ _ _ _ = C eingeweiht; zu der Feier, die vom 15. bis zum
17. Aug. stattfand, waren auch die nichtjüdischen Einwohner von
Castrop geladen. Damals gab es etwa 75 Juden in Castrop und
Mengede.
Nachdem die
Synagoge in der Pogromnacht in Brand gesetzt worden und vollständig
ausgebrannt war, kaufte die Stadt Castrop im April 1939 das
Grundstück nach
Verhandlungen mit dem langjährigen Vorsteher Julius Meyer für 3 500
Mark; abgezogen von der Kaufsumme wurden noch die Abrisskosten.
Weil Julius Meyer bereits im April 1939 in die Niederlande
emigrierte, unterzeichnete dann der Lehrer und Prediger Abraham
Jaffé zusammen mit zwei jüdischen Kaufleuten den Vertrag. Aufgrund
der Wiedergutmachungsgesetzgebung der BRD musste die Stadt
Castrop-Rauxel das Synagogengrundstück 1952 nochmals
erwerben.
Station 4
Lambertuskirche
N 51°
32,917 E 7°18,670
In der Mitte
des 13. Jhs. ließen die Grafen von Kleve als neue Herren von Hof
und Gericht Castrop die spätromanische Lambertuskirche errichten.
Beim Neubau wurde der Turm der frühmittelalterlichen Kirche
erhalten. Erst 1889/90 brach man diesen Turm und das südliche
Seitenschiff der alten Kirche ab und fügte die übrige Kirche in die
heutige, damals neu erbaute Kirche St. Lambertus ein. Die
Lambertuskirche birgt zwei Kostbarkeiten, die nicht unerwähnt
bleiben sollen: ?Ein spätgotisches Sakramentshäuschen, freistehend,
mit reichem Fialenaufbau, bez. 1516, Bernd Bunikmann aus Münster
zugeschrieben und eine große, vierstrebige Monstranz mit
sechspaßförmigem Fuß, Silber, vergoldet. Im Strebewerk Engel mit
Leidenswerkzeugen und Bischofsfiguren.
An dem angebenen Koordinaten ist ein Grabstein zu finden.
Uns interessiert aber die Differenz der beiden Jahreszahlen auf der
Rückseite der Kirche:
arabische Zahl - römische Zahl = _ _ _ = D (Quersumme =
11)

Station 5 Haus Disch (heute
Martins)
N
51°32,887 E 7°18,650
Als letztes
Haus des Marktbereiches sei hier auf Haus Greve / Disch,
Lambertusplatz 3/ Am Markt 3, besonders hingewiesen. Als wohl
letzter Rest der alten, im Urkataster von Anfang des 19.
Jahrhunderts dokumentierten Bebauung um die Lambertus-Kirche ist
das zweigeschossige, giebelständige Fachwerkhaus durchaus bedeutend
für die Geschichte der Stadt Castrop-Rauxel.
Das _ _ _ _
= E erbaute Haus gehört zu einer Gruppe von zwischenzeitlich
abgebrochenen Bauten, die als reine Wohn- und Geschäftshäuser das
bis dahin in Castrop weithin übliche Ackerbürgerhausablösten.
Erbauer des Hauses war der Kaufmann und Steuereinnehmer Franz Karl
Greve, der in ihm einen Kolonial- und Gemischtwarenhandelsowie eine
Gast- und Schankwirtschaft betrieb, in der später die 1898
gegründete Stammtischgesellschaft Castroper Honoratioren, die
Gesellschaft zur Tante tagte.
Außerdem war es das Elternhaus Maximilian Greves, des wohl
bedeutendsten Bürgermeisters der Stadt Bochum im 19.
Jahrhundert.
Station 6 Reiterbrunnen
N
51°32,871 E 7°18,690
Ihr steht auf
dem Marktplatz vor dem in Westdeutschland einzigartigen Castroper
Reiterbrunnen Aus einer Brunnenschale hoch aufragender Monolith
(Tuffstein), bekrönt von einer vollplastischen Darstellung eines
Rennpferdes mit Jockey. Südseite oben mit Wappen Castrop-Rauxels,
unten Widmungsplatte:
Errichtet durch den Verschönerungsverein Castrop _ _ _ _ =
F
Westliche und östliche Seitenflächen des Steinblocks gegliedert
durch vertikale Bänder. Entwurf: Prof. Grassegger, Köln. Zur
Erinnerung an die Castroper Rennen, die von (1875) - 1970 auf der
Naturhindernisbahn (bei Haus Goldschmieding) stattfanden.
Einzigartiges dem Pferderennsport gewidmetes Monument in
städtebaulich wirksamer Lage an der Nordseite des
Marktplatzes.
Falls ihr im Dezember den Reiterbrunnen nicht sehen könnt, dann
geht in das Zelt, eine Taschenlampe könnte dann von Vorteil
sein.
Außerdem ist
das Haus Am Markt 24/25, bekannt als das ehemalige Schuhgeschäft
Cohen bzw. Cafè Vogelsang, besonders hervorzuheben. (Heute Citybank
und Juwelier Zimmer) Es hat eine prächtige Sandsteinfassade, die im
oberen Drittel mit verschiedenen Ornamenten verziert ist. In
gleicher Höhe der Ornamente sind in den Rundungen jeweils drei
Köpfe aus dem Sandstein herausgearbeitet, die die drei biblischen
Könige Saul, David und Salomo darstellen sollen.
Station 7 Reichshof Castrop
N
51°32,815 E 7°18,630
Auf dem Weg zum
Reichshof befindet sich Unweit des Marktbereiches ein Gebäude, das
seine Wurzeln im dunkelsten Kapitel der Geschichte Castrops hat:
das ehemalige Heim für die Staatsjugend, Leonhardstraße 2 (heute
immer noch Jugendheim). Nach anfänglich relativ geringem Zulauf
gelang es den Nationalsozialisten nach der Machtübertragung vom
30.1.1933 auch in Castrop-Rauxel ihr Unrechtsregime zu
installieren.
Das Gebäude, das am 27. 2. 1938 vom Reichsjugendführer Baldur von
Schirach persönlich eingeweiht wurde, beherbergt heute ein
multikulturelles Jugendzentrum.
Seine unrühmliche Vergangenheit sieht man ihm auf den ersten Blick
nicht mehr an. Dennoch ist die frühe Geschichte des Hauses
geeignet, an ihr exemplarisch
deutlich zu machen, wie weitreichend der Einfluß des
Nationalsozialismus auf die damalige Jugend war.
Gleichzeitig kann mit Erschrecken nachvollzogen werden, wie die
Faszination des Nationalsozialismus systematisch erzeugt wurde, der
letztlich fast ein ganzes Volk erlag.
Am Zielpunkt
angekommen findet Ihr einen Stein, der an den ehemaligen Reichhof
erinnert. Wann wurde er vom Verschönerungsverein aufgestellt.
_ _ _
_ = G
Wenn Ihr
Richtung Norden schaut, findet Ihr das Bürgerhaus. Hier gibt es
wechselnde Kunstaustellungen.
Station 8 Marktfrau (Künstlerin Johanna Erning, 1991)
N
51°32,891 E 7°18,746
Für die Stadt
Castrop wurde 1991 von der Künstlerin Johanne Erning eine Marktfrau
angefertigt.
Diesmal gibt es nicht viel zu lesen, genießt die Kunst und findet
heraus, aus wie vielen Segmenten
der Kürbis besteht.
_ =
H
Nun habt ihr
es geschafft, gönnt Euch ein Eis oder Kaffee im naheliegenden
Eiskaffee und löst dabei die Aufgabe für den Final:
FINAL (denkt daran, punkt vor
Strichrechnung)
| A = _ _ _ _ |
B = _ |
C = _ _ _ _ |
D = _ _ _ |
| E = _ _ _ _ |
F = _ _ _ _ |
G = _ _ _ _ |
H = _ |
Nord: (C-A)/2°
(D-B+H)/20 ,
E/2+G-E-B
Ost:
B-(F-G)°
B*2+1
, 0(G-C-B)
Wir wünschen
viel Spaß mit unserem ersten Multicache.
Reinhild
& Guido