Am 21. Juni 2005 war ich
mit einem neuen Cache unter dem Arm an den genannten
Koordinaten, um ein schönes Versteck zu finden. Leider waren
justament nach dem Ermitteln der Startposition die Batterien
des GPS-Gerätes am Ende. Macht nichts dachte ich, und
erinnerte mich einer, mir seit meiner Kindheit gut bekannten,
in vielen Schullehrbüchern, in Abenteuer- und
Orientierungsliteratur und sogar beim Militär angepriesenen
Methode. Ihr kennt sie bestimmt, Beschreibungen lauten etwa
so:
Gegen 6 Uhr geht die Sonne im Osten
auf, ist bis 12 Uhr im Süden und um 18 Uhr im Westen. Mit Hilfe
einer Zeigeruhr kann man leicht die Südrichtung feststellen. Der
Stundenzeiger wird auf den Schnittpunkt des Sonnenlotes mit dem
Horizont gerichtet. Der Winkel zwischen Stundenzeiger und der 12
Uhr Markierung wird halbiert. Diese Winkelhalbierende zeigt nun
genau nach Süden. Auf der Südhalbkugel ist dies
Norden.

Weniger oft wird auf die Korrektur der Sommerzeit hingewiesen
und sehr selten auf die Benutzung der wahren Ortszeit (WOZ). Um sich keine
Fehler einschleichen zu lassen, verließ ich die Sommerzeit und
stellte meine Uhr einmalig auf WOZ, beachtete also noch die
Zeitgleichung. So ging ich fehlerfrei nach
Anweisung und mit hoher Genauigkeit ans Werk.
Um 8:00 Uhr WOZ endlich, startete ich von obigem Punkt mit einer
Geschwindigkeit von 4 km/h in die mit Uhr und Sonne ermittelte
Richtung 0°. Alle 30 Minuten (WOZ des Ausgangspunktes) überprüfte
und korrigierte ich im Gehen innerhalb von Sekundenbruchteilen
pedantisch genau den Kurs, das letzte Mal um 9:00 Uhr. Genau 9:30
Uhr stand ich an einem Punkt, der mir als Versteck ganz
hervorragend geeignet schien und versenkte das Döschen.
Ein paar Tage später wollte ich mit neuen Batterien die Position
6 km nördlich des Startpunktes suchen. Nanu? Hier bin ich doch noch
nie gewesen! Wo war ich leichtgläubiger Einfältling denn letztens
gelandet? Nach mehrmonatiger Suche habe ich beschlossen, das
Problem an Euch weiterzuleiten und kurzerhand aus dem Traditional
einen Mystery gemacht.

Der Richtungsfehler der Sonne-Uhr-Methode beträgt trotz
Ortszeitkorrektur je nach Jahreszeit und Breitengrad, zwischen 0°
und 90°. Interessant, aber nicht lösungsrelevant in diesem
Zusammenhang sind u.a. die Begriffe Gnomon und Analemma.
Uns fehlt ein wenig die Vorstellung, wie stark die Ergebnisse
durch unterschiedliche Software streuen werden. Beim Peilen gibt es
teils beträchtliche Differenzen in den Ergebnissen
unterschiedlicher Anwendungen. Ihr solltet Eure Werte unbedingt mit
dem Great Circle Calculator online überprüfen, der
die Resultate liefert, nach denen wir uns gerichtet haben. Ihr
könnt uns gerne Eure ermittelten Koordinaten zusenden und bekommt
bei kleineren Abweichungen noch eine Korrektur mit auf den Weg.
Viel Erfolg und Freude beim Lösen!
On June 21 2005 I was at
the above coordinates with a fancy new cache under my arm in
order to find a beautiful hiding place. Unfortunately, right
after determining the mentioned position the batteries of the
GPS became uncharged. ‘Oh well’ I thought ‘that’s not too
bad’. I remembered a method that I have known since my
childhood and that is also praised in many school text books,
in adventure and orientation literature and even by the
military. You know the method certainly too – it can be
described as follows:
At about 6 am the sun starts to rise
in the east. It is in the south at 12 noon and in the west at 6 pm.
With the help of the hands of a watch you can easily determine the
south direction. Direct the hour hand toward the intersection of
the horizon and the plump of the sun. Divide the angle between the
hour hand and the 12 o'clock marking in half. This bisector of the
angle is directed exactly to the south; in the southern hemisphere
to the north.

The necessary corrections for daylight saving time are not often
mentioned and very rarely it is pointed out that the
apparent solar time should be used. But to
apply this method correctly I considered the equation of time and changed my watch from
daylight saving time to apparent solar time. So with those
instructions I was at work - free of mistakes and with high
accuracy.
Finally, at 8 am apparent solar time I started walking with a
speed of 4 km/h going from the point above in the 0° direction as
determined by watch and sun. Every 30 minutes while walking I
checked and corrected pedantically within a hundredth of a second
the exact course - for the last time at 9 am. At 9:30 am I stood at
a point that seemed to be very suitable and outstanding as a hiding
place. I sank the Doe.
A few days later, equipped with new batteries, I wanted to look
for the position 6 km north of the starting point. But!
I never ever was here! Where have I, booby, been? After
searching for many months I decided to hand the problem to you
thereby changing the Traditional into a new Mystery cache.

In spite of seasonal time and degree of latitude corrections the
error of the direction as determined by the sun and clock method
ranges between 0° and 90°. Not relevant for the solution but
interesting in this context are the terms Gnomon and Analemma.
We do not know how much the results vary with the use of
different software. Therefore you can send us the coordinates which
you determined. In the case of small deviations between your and
our coordinates we will send you the latter. Much success and enjoy
solving this problem!
