Das weitverzweigte, angesehene Adelsgeschlecht der Güssen war in
Hermaringen auf der Güssenburg und Stronburg, in Brenz, Leipheim,
Staufen und Haunsheim begütert. Hohe Ämter bei Hof, Kirche und
Militär waren nicht selten. Doch ein allzu flottes Leben führte
schnell zum Niedergang, und einige begannen als Raubritter ihre
leeren Kassen aufzufüllen.
Selbst die Zerstörung der Güssenburgen Brenz und
Niederstotzingen durch Augsburger Stadtknechte (1339) war für Hans
Güss, den grausamsten unter ihnen, keine Warnung.
Die reichen Kaufmannszüge aus Ulm, Lauingen und Dillingen waren
willkommene Beute, und hohe Lösegelder wurden erpreßt. Auch die
Klöster der Umgebung waren nie sicher, und die Klagen häuften sich
bei den Lehensherren der Güssen, den Grafen von Helfenstein in
Geislingen. In der Johannisnacht 1448 zogen die Städte Ulm,
Dillingen, Lauingen und Giengen mit starker Streitmacht gegen das
Raubritternest und zerstörten die Burg, die nie wieder aufgebaut
wurde.
Legenden besagen, das in dieser Nacht Hans Güss von hinten
erstochen wurde, was für einen Raubritter die ewige Bindung an
seine Burg bedeuten mag. Heute noch geschehen in den dunklen
Dämmerstunden und des Nachts seltsame Dinge und ein betreten der
Burg bei völliger Dunkelheit ist keinem Einheimischen zu
entlocken.