Bitte beachten :
Ein paar Werkzeuge werden euch beim Beantworten der Fragen am Ende des Listings vor Ort gute Dienste leisten:
Bringt (wenn möglich) mit: eine Lupe und eine UV-Lampe
Allgemeines über den Mommelstein:
Der Mommelstein besteht aus Biotit- und Zweiglimmer-Gneisen der Trusetal-Gruppe des Ruhlaer Kristallins, die hier weiträumig zusammen mit Quarziten und Amphiboliten ausstreicht.
Das Ruhlaer Kristallin ist ein Teilstück der Mitteldeutschen Kristallinzone, die als ein 25 bis 80 km breiter, aus Metamorphiten und Plutoniten bestehender Krustenstreifen quer durch Mitteleuropa von Frankreich bis Polen verfolgbar ist.
In geodynamischen Modellen des variszischen Gebirges hat die Mitteldeutsche Kristallinzone eine hervorragende Stellung.
Sie wird als aktiver Plattenrand interpretiert, unter dem im Silur und Unterdevon ein mehrere tausend Kilometer breiter Ozean, der Rheic, subduziert sein soll.
Bei diesem EC interessieren wir uns vorrangig für die oben erwähnten Amphibolite im Gestein.
Aber was genau sind Amphibolite ?
Amphibole bilden eine überaus vielfältige Gruppe dunkler Minerale.
Je nachdem, welche „Zutaten“ im Gestein vorhanden sind, bilden sich die unterschiedlichsten Kombinationen.
„Hornblende“ ist die Bezeichnung einer Gruppe besonders häufiger Amphibole.
Jede Hornblende ist ein Amphibol, aber nicht alle Amphibole sind Hornblenden.
Da Hornblende und die meisten anderen Amphibole in den Gesteinen mit bloßem Auge ohnehin nicht zu unterscheiden sind, kann man auch einfach bei „Amphibol“ bleiben.
Damit macht man nichts falsch.
Mit "Amphibol" ist dann immer die ganze Mineralgruppe gemeint, kein Einzelmineral mit einer spezifischen Zusammensetzung.
Amphibole bestimmen:
Die meisten Amphibole sind schwarz.
Dunkelgrüne, schwarzgrüne und graue Tönungen kommen vor.
Einen blauen Amphibol (Glaukophan) findet man in Blauschiefern.
Die für die Bestimmung wichtigsten Eigenschaften aller Amphibole sind
- a) ihre gute Spaltbarkeit und
- b) das Auftreten charakteristischer Winkel zwischen den Spaltflächen.
Gute Spaltbarkeit bedeutet, daß selbst kleinste Amphibolkörner beim Zerbrechen schöne glatte Spaltflächen zeigen.
Diese Flächen sind immer lebhaft glänzend, was auch einem Laien sofort auffällt.
Der Unterschied zum ebenfalls schwarzen Biotit ist mit bloßem Auge zu sehen, aber nicht ganz einfach zu beschreiben.
Biotit spiegelt „weich“, da die Glimmer meist etwas verformt sind.
Amphibole dagegen haben fast immer glatte Reflexionsflächen, die alle gleich ausgerichtet sind, auch wenn der Kristall quer durchgebrochen ist.
Alle Spaltflächen liegen parallel und spiegeln daher gleichzeitig.
Im Licht bewegt, spiegelt ein Amphibol als Ganzes „ruckartig“ auf.
Dieser Unterschied ist leicht zu erkennen, aber man muß dazu das Spiegeln von Biotit und Amphibol gezielt vergleichen.
Wenn man die dunklen Minerale in verschiedenen Gesteinen genau beobachtet, sieht man den Unterschied sofort.
Nehmt eine Lupe und schaut nach.
Biotit ist an den dünnen Blättchen und Schuppen, die sich leicht verbiegen lassen, leicht erkennbar.
An einem normalen Amphibol ist nichts biegbar.
Ihr könnt ihn nur ritzen, die Härte liegt bei ca. 6.
Um Amphibole in Gesteinen zu erkennen, hilft üben.
Es ist nicht schwer.
Ihr braucht dazu, wenn möglich, frische Bruchflächen und etwas Geduld.
Wenn ihr den Unterschied zwischen den verschiedenen, glänzenden(!), dunklen Mineralen das erste Mal seht, habt ihr ein Aha-Erlebnis.
Von da ab ist es einfacher.
Zusammenfassung:
Amphibole erkennt man am auffälligen Glanz und der guten Spaltbarkeit.
Die Spaltflächen bilden Winkel von ca. 60° oder 120°, wenn man die Kanten auf den Spaltflächen in Längsrichtung anschaut.
Die Stelle, an der ihr den Winkel abschätzt, ist diese:

Zur Systematik:
Alle "Amphibolite" sind grundsätzlich metamorphe Gesteine.
Es gibt auch magmatisch gebildete Amphibole/Hornblenden.
Ein Gestein, das überwiegend aus magmatischem Amphibol besteht, heißt "Hornblendit"
Genauer: Ein Hornblendit enthält weniger als 10% Plagioklas.
Im dominierenden Anteil der dunklen Minerale [Olivin, Pyroxen, Hornblende] muß der Olivingehalt unter 40 % liegen und damit Amphibole und Pyroxene mehr als 60 % des dunklen Volumens ausmachen.
Wenn in diesem Teil dann die Hornblende überwiegt, handelt es sich um einen Hornblendit.

Schwarz: Amphibol (Hornblende), weiß: Plagioklas, rötlichbraun: Granat

In der Vergrößerung kann man sehr schön den typischen Bruch der Amphibole sehen.
Einige Flächen zeigen den charakteristischen starken Glanz der Amphibole.


Mit diesem Wissen könnt ihr euch nun auf die Suche nach den Amphibolen am Mommelstein begeben !
Schaut euch die Felsen genauer an, möglichst an verschiedenen Stellen.
Was für Einschlüsse könnt ihr entdecken - welche Farbe haben sie, wie groß sind sie und wie ist deren Oberfläche ?
Benutzt gerne die Lupe um kleinere Details zu bestimmen.
Wie macht sich zum Beispiel UV-Licht an euren gefundenen Einschlüssen bemerkbar ?
Gebt uns eine (nach euren Möglichkeiten) genaue Beschreibung eurer Funde und benennt auch die genaue Fundstelle.
Wenn ihr mindestens zwei verschiedene Einschlüsse mit Fundstelle beschrieben habt, ist eure Aufgabe erfüllt und ihr dürft diesen EC loggen.
Wir geben euch auf jeden Fall eine Rückmeldung - falls eure Antworten völlig daneben liegen sollten werden wir versuchen zu helfen... - aber ihr seit ja alle hochmotiviert und engagiert beim Besuch von ECs, nicht wahr ? ;-)
Sendet eure Antworten über das MessagerCenter an uns oder direkt an teamchritho@go4more.de
Nach eurem Besuch dürft ihr (wenn ihr mögt) gerne noch den folgenden Banner in euer Profil laden:
Für den Banner:
Kopiere nachfolgenden Text in dein Profil:
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Quellenangaben:
kristallin.de
R. Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. Spektrum-Verlag, Heidelberg, 2. Auflage 2008