Die Auter
Die Auter dient der Entwässerung im nahe gelegenen Otternhagener Moor und erfolgt über gleichmäßig rundherum angelegte Stichgräben unterschiedlicher Länge. Das Wasser wird von größeren Randgräben aufgenommen und dann im Nordosten und Norden zur Neuen Auter sowie im Süden und Westen zur Auter abgeschlagen. In den Sommermonaten ist meistens kein oberirdischer Abfluss mehr zu erkennen.
Die Moorbildung begann vor ca. 3000 Jahren mit seggenreichem Birken-Bruchwaldtorf, dem bald Weißtorf aus Torfmoosen folgte. Dieser hat den größten Anteil am Aufbau des Otternhagener Moores und erreicht im zentralen Bereich eine Mächtigkeit von bis zu 4 m, wobei stellenweise eine etwa 1 m dicke Schwarztorfschicht zwischengelagert ist. Zum Rand hin nimmt die Schichtdicke stetig ab. Auch außerhalb des heutigen Moores waren die Böden noch stellenweise von Hochmoortorfen geprägt, sind jedoch durch Meliorationsmaßnahmen stark verändert. Im Nordwesten und Nordosten liegen inzwischen „Sandmischkulturen“ vor.
An dieser Stelle wurde 2017 die Auter naturnah umgestaltet indem der gerade Verlauf der Auter erweitert und mäandrierend angelegt wurde. Anstelle der schnurgeraden Führung der Auter, soll das Wasser die Windungen nehmen und sich in unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten bewegen. Aueähnliche Strukturen sollen entstehen. Anders als das bestehende, einheitliche Trapezprofil ohne ausreichende Tiefe wurde das neue Grabenprofil unterschiedlich gestaltet. Was aus dem Bachlauf an Erdreich geholt wurde, finden Tiere und Pflanzen als neues Biotop-Element am Ufer.

Sandmischkulturen
Durch die Umgestaltung kann man an diesem Ort sehr gut verschiedene Sandmischkulturen/Bodenarten sehen. Durch Tiefpflügen bis 1,8 Meter wurden Sand und Torflagen gekippt. Diese lagerten schließlich in schräger Wechselschichtung. Dadurch wurden die physikalischen Eigenschaften hinsichtlich Durchlässigkeit, Wasserhaltefähigkeit und Tiefgründigkeit deutlich verbessert.
Die Bodenart ist ein außerordentlich wichtiges Bodenmerkmal zur Ableitung ökologischer Bodeneigenschaften. Sie bestimmt durch ihre Korngrößenverteilung mit dem Primärgefüge einen Teil des Porenvolumens und damit die Wasserspeicherfähigkeit und die Wasserleitfähigkeit. Durch die Kornoberfläche bestimmt sie das Nährstoff- und Schadstoffspeichervermögen und durch den Anteil an Schluff und Feinstsand die Anfälligkeit des unbedeckten Bodens für Erosion.
Des Weiteren hat die Bodenart, speziell des Oberbodens, Auswirkungen auf die ackerbauliche Bearbeitbarkeit. So bezeichnet man sandige Böden als leichte Böden, während tonige bis lehmige Böden mit schlechter Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit und hohem Nährstoffgehalt als schwere Böden bezeichnet werden.

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Sand ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment, das sich überwiegend aus Mineralkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2 Millimeter zusammensetzt. Sand ist also im Mittel gröber als Schluff (Korngröße überwiegend 0,002 bis 0,063 Millimeter) und feiner als Kies (Korngröße überwiegend 2 bis 63 Millimeter). Das Material ist nicht formbar, „schmutzt“ nicht und ist fühlbar körnig. Sand zählt außerdem zu den nicht bindigen Böden.
Die Bezeichnung „Sand“ ist nicht abhängig von der mineralischen Zusammensetzung. Der größte Teil der Sande besteht jedoch mehrheitlich aus Quarzkörnern. Vor allem dieser Quarzsand ist ein bedeutender Rohstoff für das Bauwesen sowie für die Glas- und Halbleiterindustrie.
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Unter Schluff (geologisch auch Silt) versteht man Feinböden unterschiedlicher Abkunft sowie unverfestigte klastische Sedimente, deren mineralische Bestandteile überwiegend (>50 %) eine Korngröße von 0,002 bis 0,063 Millimeter aufweisen. Das Material ist mäßig formbar, kaum bindig, von samtig-mehliger Beschaffenheit, „schmutzt“ nicht und zeigt raue Gleitflächen. Schluff und Silt sind zugleich auch die Bezeichnungen für das entsprechende Korngrößenintervall, das eine Mittelstellung zwischen dem gröberen Sand und dem feineren Ton einnimmt. Partikel in Schluffgröße sind in hohem Maße in den bindigen Böden bzw. Sedimenten enthalten, die als Lehm bezeichnet werden. In den Geowissenschaften werden klastische Sedimentgesteine mit einer Dominanz von Korngrößen im Schluffbereich Schluff- oder Siltsteine genannt.
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Ton ist ein natürlich vorkommendes Material, das hauptsächlich aus Tonmineralteilchen besteht, bei ausreichenden Wassergehalten generell plastisch verformbar ist und spröde wird, wenn es getrocknet oder gebrannt wird. Ton besteht aus Partikeln mit einem Durchmesser kleiner 0,002 mm. Das Material ist gut formbar, klebrig, bindig, „schmutzt“ und zeigt glänzende Gleitflächen. Obwohl Ton in der Regel Schichtsilikate enthält, kann er andere Materialien enthalten, die ihm Plastizität verleihen und aushärten, wenn sie getrocknet oder gebrannt werden.
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Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Das Mischungsverhältnis kann innerhalb definierter Grenzen schwanken, in kleinen Mengen kann noch gröberes Material (Kies und Steine) darin enthalten sein. Er entsteht entweder durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile. Die dominierende Kornfraktion bestimmt seine überwiegenden Merkmale zur Beschaffenheit. Unterschieden werden je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lösslehm (Löss) und Auenlehm (aus Flussablagerungen).
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Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. In getrocknetem Zustand ist Torf brennbar. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanzen. Wo die Bodenbeschaffenheit eine Ansammlung von stehendem seichtem Wasser in flachen Seen und Senken der Flussauen gestattet, wird dieses im Laufe der Zeit eutrophieren und durch die abgestorbenen Pflanzenreste verlanden.
Die Entstehung von Torf geht sehr langsam vor sich. Als Durchschnittswert für die Torfablagerung in einem Moor ist ein Mittelwert von 1 mm pro Jahr anzusetzen (bis zu 10 mm = 1 cm pro Jahr sind auch bekannt). Die Entstehung des norddeutschen Teufelsmoores bei Worpswede benötigte ca. 8.000 Jahre.
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Mergel ist ein Sedimentgestein. Bei stark verfestigten Ablagerungen spricht man auch von Mergelstein oder Mergelgestein. Mergel hat sehr unterschiedliche Entstehungsbedingungen. Er entsteht, wenn das feine Material (Ton, Schluff) abgelagert und gleichzeitig Kalk ausgefällt oder ebenfalls abgelagert wird.
Das Gestein enthält sowohl Kalk als auch silikatische Bestandteile meist kleiner Korngröße (Ton und/oder Schluff). Gröberes Material (Sand und Kies) kann vorhanden sein. Bei höheren Kalkgehalten spricht man von Kalkmergel, bei hohem Tongehalt von Tonmergel. Mergelablagerungen, die alle Korngrößenklassen umfassen, werden in der Fachsprache als Diamiktit bezeichnet.
Mergel ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Zement. In der Landwirtschaft wurden in der Vergangenheit hauptsächlich trockengelegte Feuchtgebiete (Moore und Sümpfe) mit Mergel aufgewertet; der Kalk neutralisierte die sauren Böden, der Ton stabilisierte den weichen Boden, damit die Äcker begehbar und befahrbar wurden.
Quelle: http://de.wikipedia.org, https://www.hannover.de/ und https://www.bodenwelten.de/
Der Cache
Dieser Cache ist Bestandteil der Cachereihe "Naturnahes Otternhagen" 🌱🌿🌳 Die Grundidee entstand bei einem schönen Frühlingsspaziergang im April während der COVID-19-Krise 2020. Mit unserer Drohne konnte ich von zu Hause aus sogar weitere Planungen für die Caches ausarbeiten und mit ein paar vor Ort Begutachtungen per Fahrrad 🚲 konnte der Rest ausgearbeitet werden. Die Ausarbeitung der Caches hat dann mit Unterbrechungen ca. 3 Monate in Anspruch genommen. Ein Wherigo Cache und ein Earthcache sind ja nicht mal eben aus dem Ärmel zu schütteln... aber es muss ja auch mal etwas Abwechslung her 🙂
Mit den verschiedenen Cachearten
Wherigo Cache,
Traditional Cache,
Earthcache,
Mystery Cache und einem kurzen
Multi Cache ist von allem etwas dabei 🙂 Eine kleine technische Spielerei 📱, etwas Besonderes 🍄, Wissenswertes 💭, etwas Cachetypisches 🐰 und etwas Aufregendes, bei dem Gleichgewichtssinn oder Gummistiefel/Wathose 💦 gefragt sind... 🙂 Man kann diese Cachereihe gut zu Fuß 👣 oder auch mit dem Fahrrad 🚲 absolvieren. Eine direkte Anfahrt mit dem Auto 🚘 ist nicht erlaubt!
Für die Logfreigabe dieses Earthcaches, beantworte bitte vor Ort die folgenden Fragen:
- 1. Benenne die Bestandteile von Lehm, angefangen mit der kleinsten/feinsten Korngröße.
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2. a) Entnehme an im näheren Umkreis des Referenzpunktes eine Bodenprobe (3-5 cm tief, nicht mehr als eine Hand voll) und führe diese durch. Rolle die Bodenprobe zu einer Wurst, um die Zusammensetzung des Bodens zu ermitteln. Du benötigst eine kleine Schaufel/Esslöffel oder Ähnliches sowie eine kleine "Arbeitsfläche" (Pappe, Brett etc.). Zudem sind Handschuhe oder ein feuchter Lappen, Reinigungstücher etc. zur späteren Reinigung deiner Hände hilfreich.
Gelingt dies, ist der Boden sehr lehmhaltig. Wenn du die Wurst hochheben kannst, ohne dass sie auseinander fällt, ist der Boden vorwiegend tonhaltig. Wenn die Wurst beim Hochheben auseinander fällt (aber nicht zerbröckelt), zeigt das, dass der Boden eher lehmig als tonhaltig ist. Lässt sich aus der Erde gar keine Wurst formen, dann ist der Boden sehr sandig. Wie ist das Ergebnis deiner Bodenprobe?
- 2. b) Trenne die Bodenprobe in seine Bestandteile. Wie ist der prozentuale Anteil der Bodenarten/Sedimente bei deiner Probe?
- 2. c) Dokumentiere deine Proben 2.a) und 2.b) jeweils mit einem Foto und sende mir diese mit deinen Antworten (bitte nicht dem Logeintrag beifügen).
- 3. Beschreibe die Laufentwicklung der Auter. Was ist aus der naturnahen Umgestaltung geworden? Wie ist die Vegetation und warum ist diese so? Beschreibe was du siehst.
- 4. Füge deinem Logeintrag ein Foto von dir oder deinem GPS-Gerät mit der naturnah umgestalteten Auter im Hintergrund bei.
Bitte sende mir die Antworten über das Nachrichten-Center oder per Email, danach kann sofort geloggt werden.
Viel Spaß und gefiederte Grüße
🐦彡 Zebrafînk