
Dieser Cache ist Teil einer Serie zu meiner Lieblings-Fantasyliteratur. In loser Folge werden Mysteries erscheinen, die an meine Lieblingsbücher/-reihen angelehnt sind. Die Geschichte hat ihre Idee vom Roman "Der Sternwanderer" von Neil Gaiman. Um das Rätsel zu lösen, müsst ihr den Roman weder gekauft noch gelesen haben.
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Bitte keine Fotos vom Einband des Logbuches posten! Spoilergefahr!
- An der Gabelung in der Nähe des Finals beachte man den Wegweiser. Ich dachte, das passt gut zum Cache. :) Den Weg, den der Wegweiser zeigt, bitte nicht betreten, das scheint ein Privatweg zu sein. Nutzt stattdessen den Weg neben der Autobahn!
Das ist eine Meuterei!
"Captain, das ist eine Meuterei!" Captain Johannes Alberic schaute von seiner Landkarte auf und blickte auf seine Crew. Vor ihm hatte sich der Erste Maat aufgebaut und schaute den Kapitän mit gespielt finsterem Gesicht an. In den Augen des Maates sah man ein Zwinkern und er versuchte mühsam, ein Grinsen zu unterdrücken. "Aaach, was ist denn jetzt schon wieder?", fragte Captain Alberic. "Wollt ihr mich mal wieder veräppeln?" "Na klar!", antwortete der Maat. "Captain, uns ist einfach nur langweilig. Wir sind jetzt schon monatelang unterwegs und wir arbeiten tagein, tagaus nur das Gleiche. Wir wollen mal wieder ein Abenteuer erleben!"
Da musste Captain Alberic seinem Ersten Maat schon Recht geben. Dies hier war das Freie Luftschiff Perdita und Captain Alberic und seine Männer waren Luftschiffpiraten. Ihre "Arbeit" bestand vor allem darin - nein, nicht, andere Luftschiffe auszurauben - sondern darin, Blitze einzufangen, sie in Kupferboxen zu konservieren und auf dem Schwarzmarkt weiterzuverkaufen. Das brachte gutes Geld. Was die Käufer damit taten, war den Piraten allerdings nicht ganz klar.

'Nun', dachte Captain Alberic, 'wir sind Piraten und was liegt näher, als das zu tun, für das Piraten bekannt sind? Einen Schatz suchen!' "Ich würde auch mal wieder gern ein Abenteuer erleben. Wie wäre es mit einer Schatzsuche?", fragte er. Die Crew jubelte. "Aye, Captain, das wär genau nach unserem Geschmack!" Dann wurde es still. "Ähm, wo finden wir einen Schatz? Einfach so?", fragte der Schiffskoch. "Das ist eine verdammt gute Frage", meinte Alberic. "Darüber muss ich erstmal nachdenken. Lasst mich mit der Frage mal allein." Die Crew verzog sich auf ihre Posten. Alberic dachte nach. Leider waren alle bekannten, legendären Schätze schon von anderen Luftschiffpiraten gefunden worden. Puh, das war wirklich schwierig! Alle Schätze schon gefunden, und einem anderen wegnehmen wollte man ja auch nichts... Dann tat Alberic das, wobei ihm immer die besten Einfälle kamen: Er stellte sich an die Reling des Luftschiffes, schaute in den Sternenhimmel und sagte sich die Namen aller Sterne vor.

Während Alberic so in die Sternbilder versunken war, hatte er tatsächlich eine Idee. Da blieb eigentlich nur eine Möglichkeit... Alberic würde den König fragen, ob er einen von dessen Schätzen suchen dürfe. Was ersteinmal völlig verrückt klang, hatte einen plausiblen Hintergrund. König Tristran der Erste von Stormhold war Alberic noch einen Gefallen schuldig, als er ihm und seiner zukünftigen Frau einmal aus einer Notlage geholfen hatte. Ja, das war eine gute Idee! Alberic würde König Tristran um eine Audienz bitten und nach einem Schatz fragen.
Alberic rief seine Crew zusammen und unterbreitete ihnen seine Idee: "Männer, wir werden König Tristran fragen, ob wir einen seiner Schätze suchen dürfen! Wie findet ihr das?" Die Crew schaute sich verwundert an. Dann sagte der Erste Maat: "Hm, das klingt verrückt. Aber gut, der König ist uns ja noch einen Gefallen schuldig. Okay, einen Versuch ist es wert." Etwas weniger johlend als beim letzten Mal zog die Crew von dannen, um Kurs auf das Schloss zu nehmen.

Am Schloss angekommen, war der nächste Morgen bereits angebrochen. Captain Alberic und seine Crew ankerten an einem großen Baum vor den Schlossmauern. Da tauchte schon das erste Problem auf: Die Palastwachen sahen in den Männern das, was sie waren, nämlich Piraten, und wollten sie deshalb nicht ins Schloss lassen. Zum Glück kam gerade König Tristran die prunkvolle Treppe herunter und sah durch die Eingangshalle Captain Alberic mit den Wachen diskutieren. "Alberic! Mein lieber alter Freund! Wie schön, Euch zu sehen! Wachen, ihr könnt die Männer passieren lassen!" Er begrüßte auch die Crew und fragte Alberic: "Was führt euch zu mir, Captain?" "Ich wollte Euch um eine Audienz ersuchen, Eure Hoheit..." "Ach, lassen wir das mit der Hoheit weg, für euch bin ich immer noch Tristran, ja?" "Aye, aye, ... Eu-, ich meine Tristran", stammelte Alberic verlegen. Eigentlich war er ein selbstbewusster Mann, aber wenn er so in seinen verwegenen Kleidern mit seinem zerfurchten Gesicht und dem buschigen Schnauzbart vor dem König stand, wusste er doch nicht so ganz, wie er sich verhalten sollte. Seiner Crew schien es ähnlich zu gehen. "Eine Audienz? Kein Problem, ich habe gerade Zeit. Kommt doch mit in mein Studierzimmer, das ist nicht so ungemütlich wie der Thronsaal. Eure Crew wird derweil in der Küche versorgt." König Tristran bedeutete einem Diener, die Crew zur Küche zu bringen.
Im Studierzimmer angekommen, bot Tristran Alberic einen gemütlichen Sessel an und fragte: "Nun mein Lieber, was führt euch zu mir? Wein?" Der Pirat nahm dankend an. In diesem Moment klopfte es, und nach Tristrans "Herein!" betrat Königin Yvaine das Studierzimmer. "Ach, da bist du ja. Ich... Captain Alberic! Wie schön, Euch zu sehen! Was führt euch hierher?" Sie setzte sich zu Tristran. Während noch Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht wurden, betrachtete Alberic das Königspaar. König Tristran, groß, schlank und dunkelhaarig, war nun Ende Zwanzig und wirkte reifer als vor einigen Jahren, als Alberic ihn kennengelernt hatte. Tristran stammte aus England, aus einem kleinen Ort namens Wall, und war dort damals Verkäufer in einem Lebensmittelgeschäft gewesen. Er hatte sich unsterblich in die Dorfschönheit verliebt und ihr versprochen, ihr eine Sternschnuppe zu schenken, damit sie ihn erhörte. Es war nämlich gerade eine Sternschnuppe gefallen, als Tristran mit seiner Angebeteten sprach. Zu dumm nur, dass sie jenseits der langen Mauer landete, die das Dörfchen Wall von dem mysteriösen Reich Feenland trennte. Tristran hatte es geschafft, den Mauerwächter zu überlisten und nach Feenland zu gelangen. Dort hatte er auch bald die Sternschnuppe gefunden: Sie hatte sich als Yvaine herausgestellt, eine wunderschöne junge Frau mit weißblonden Haaren. Wie jeder im Feenland wusste, war jeder Stern eine wunderschöne Frau. Nun, wie es das Schicksal wollte, verliebte sich Tristran in Yvaine, ließ die Dorfschönheit links liegen und heiratete Yvaine. Nach vielen Abenteuern wurden Tristran und Yvaine sogar König und Königin von Stormhold.

Nun saß Alberic also vor dem Königspaar und druckste herum: "Nun ja, ich... wir... also mir und meiner Crew ist langweilig und nach einer Schatzsuche zumute. Nun wissen wir, dass alle legendären Schätze schon gefunden sind, und wir wollen auch niemandem einen Schatz stehlen. Nun wollte ich fragen... ähm, nun ja... also ob Ihr gaaaanz zufällig einen Schatz habt und ihn erübrigen könnt... also... damit wir ihn finden können?!?" Der selbstbewusste Alberic hätte sich am liebsten selbst geohrfeigt, erstens, weil er so herumdruckste, und zweitens, weil er selbst wusste, wie unverschämt und auch albern diese Frage war. Aber König Tristran schien die Frage keineswegs seltsam zu finden, sondern schaute den Piraten freundlich, aber auch ratlos an und sagte: "Am Königshof gibt es viele Schätze. So viele, dass wir tatsächlich etwas davon erübrigen könnten. Da könnte ich euch direkt in die Schatzkammer schicken. Aber ob das der Sinn der Sache ist? Ihr wollt ja einen Schatz suchen. Ich werde einmal meinen königlichen Archivar fragen, ob ihm versteckte Schätze im Königreich bekannt sind." Tristran schickte einen Diener nach dem Archivar. Dieser erschien nach ein paar Minuten. Alberic musste heimlich in sich hineingrinsen, denn wenn er ein Bild eines Archivars im Kopf hatte, dann genau dieses: Ein kleiner, gebeugter Mann mit abgewetzter, staubiger Kleidung, auf der auch einige Spinnweben zu sehen waren, ein faltiges Gesicht mit wirren grauen Haaren und einer dicken Brille. "Ihr habt mich gerufen, Eure Hoheit?" "Ja, Bernard, ich möchte dich fragen, ob es im Königreich noch verschollene Schätze gibt." Der Archivar überlegte kurz, murmelte etwas vor sich hin und antwortete dann: "Eure Hoheit, ich meine, ich hätte vor einiger Zeit Aufzeichnungen über einen verschollenen Schatz in der Hand gehabt. Ich müsste noch einmal nachschauen." Tristran nickte zufrieden und entließ den Archivar wieder in sein staubiges Reich. Er, Yvaine und Alberic unterhielten sich weiter über die alten Zeiten und die neuen, als der Archivar nach ein paar Minuten mit einer Schriftrolle unter dem Arm zurückkehrte.
Es steht in den Sternen
"Eure Hoheit, ich habe tatsächlich Aufzeichnungen gefunden, die auf einen verschollenen Schatz hindeuten könnten. Er rollte das Schriftstück aus und legte es vor das Königspaar und Alberic. "Hier ist es. Der Schöpfer dieser Aufzeichnungen hat vermerkt, dass irgendwo im Königreich ein Schatz versteckt ist. Aber leider werde ich daraus nicht schlau." Tristran dankte dem Archivar und dann schauten alle gespannt auf das Schriftstück. Dort waren lauter Namen vermerkt.

Tristran hatte die Namen noch nie gehört, aber Yvaine und Alberic riefen aus einem Munde: "Das sind die Namen von Sternen!" Ratlos schaute Tristran die anderen an. "Und wie hilft uns das jetzt weiter?" "Hm, keine Ahnung!" "Bernard, weißt du sonst noch etwas über diese Aufzeichnungen?" Der Archivar nickte: "Ja, beim Anblick dieser Schriftrolle fiel mir ein, was einst mein Lehrer dazu gesagt hatte. Es gibt einen Satz, der seit Jahrhunderten von Archivar zu Archivar überliefert wird: "Wo der Schatz zu finden ist? Das steht in den Sternen."
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Wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht, schlüpft in Captain Alberics Rolle und findet den Schatz!
Und jetzt viel Spaß beim Rätseln und Suchen!
Fellowtraveller
Hier kannst du deine Lösung überprüfen:

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Alle Caches dieser Reihe:
In den Fußstapfen eines sentimentalen Dinosauriers
Fabricati Diem, Pvnc
Hinter Sonne und Mond
Nordlichter
Die richtigen Worte
Hüte dich vor den Gefahren des Waldes
Eine Überdosis Natur
Es steht in den Sternen
Die Landkarte der Tage