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Der Weg des Beutelschneiders - Labcache Bonus Mystery Cache

Hidden : 1/13/2026
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Der Weg des Beutelschneiders

Den dazugehörigen Labcache könnt ihr mit der offiziellen Adventure Labs App spielen. Der nachstehende QR Code führt euch direkt dahin (https://labs.geocaching.com/goto/81b66ff8-a073-42c9-a2bc-eb407b1477c6).

Die anderen Teile dieser großangelegten Mittelaltergeschichten-Cacheserie um die Wandertheatertruppe findet ihr hier:

Der Weg der Akrobatin

Der Weg des Gauklers


Hier die Vorgeschichte zum Labcache:


Frühsommer 1720 an der Ostseeküste...

Jasper liebte den Hafen von Wismar. Wenn es seine Pflichten erlaubten, stand er am Rand der Kaimauer und zählte die ankommenden Schiffe: Koggen aus Lübeck, schmale Frachter aus Danzig oder schwere Lastsegler mit Salz, Holz oder Fässern voller Heringe. Die Taue knarrten, Möwen schrien, und der Wind trug den Geruch von Tang, Teer und fremden Ländern zu ihm herüber. Manchmal stellte er sich vor, einfach an Bord zu gehen und mitzufahren. Nur ein kleines Stück bis zum nächsten Hafen. Nur einmal.

Seine Eltern hätten darüber gelächelt. Vielleicht. Doch sie waren vor drei Wintern gestorben, erst die Mutter, dann der Vater. Das Englische Schweißfieber hatte sie geholt – leise, schnell und erbarmungslos. Jasper erinnerte sich kaum an die letzten Tage. Nur an die brennende Hitze auf der Stirn seiner Mutter, an das schwere, rasselnde Atmen seines Vaters und an die Stille danach, die alles verschluckte.

Kurz darauf hatte er sich dem fahrenden Volk angeschlossen. Es war kein großer Schritt gewesen – eher ein Hineingleiten. Lu hatte ihn zufällig aufgelesen und in ihre bunte Truppe aufgenommen. Sie war eine grauhaarige Frau Mitte 60 mit scharfem Blick und warmen Händen. Sie schimpfte nur selten, meist reichte ein strenger Blick und wenn sie ihm nachts die Decke über die Schultern zog, fühlte es sich fast an wie früher.

Er mochte sein Leben. Das Herumreisen von Stadt zu Stadt, die Abende am Lagerfeuer und die vielen Geschichten, die sie Tag für Tag erlebten. Und doch nagte es manchmal in ihm. Diese unbändige Neugier, die ihm sagte: Los geh, erlebe etwas, das nur dir gehört. 14 war man schließlich nur einmal.

An diesem Tag erlaubte Lu ihm, allein in die Altstadt zu gehen. „Wir brauchen Schwefelhölzer-Nachschub!“, sagte sie und musterte ihn streng. „Und danach geht's direkt zurück.“ Jasper nickte eifrig. „Direkt“, log er freundlich.

Die Stadt zog ihn sofort in ihren Bann. Die historischen engen Gassen aus der Blütezeit der Hanse und überall geschäftiges Treiben von lautstarken Händlerstimmen, Jasper wusste gar nicht, wohin er zuerst blicken sollte. In einer Seitengasse griff er sich einen Apfel aus einer Auslage, flink und unauffällig. Das war kein Stehlen, fand er. Nur eine Umverteilung der Ressourcen. Und er hatte schließlich Hunger.

Vor dem Schwefelholzladen blieb er stehen. Über der Tür hing ein bemaltes Schild, darauf ein Spruch, sauber auf das Brett geschrieben:

„Lichtbringer – ein Funke genügt, und die Nacht gehört dir.“

Im Laden roch es nach Holz und Schwefel. Hinter dem Tresen stand eine blonde junge Frau mit klugen Augen.

„Was darf’s sein?“

„Schwefelhölzer. Für… äh… viele Abende“, sagte Jasper.

Sie lachte. „Davon leben wir.“

Während sie die Ware einpackte, erzählte sie. Von ihrer Heimatstadt Stralsund, von Talentwettbewerben im Flotten Keiler, von Gesang und kleinen Kunststücken, von dem einen Abend, an dem ihre Familie selbst auftreten durfte, von ihrem Gewinn und neu gewonnenen Kontakten. „Das Geschäft läuft seitdem richtig gut. Mein Mann und ich sind deshalb nach Wismar gezogen“, sagte sie stolz. „Mein Bruder ist bis Hamburg. Aber dort…“ Sie zuckte mit den Schultern. „...herrscht zu viel Konkurrenz.“

Jasper hörte aufmerksam zu, Stralsund würde er auch gerne einmal kennenlernen, so wie die Inhaberin davon schwärmte... Schließlich bezahlte er und trat wieder hinaus. Vom Restgeld kaufte er sich ein kleines Messer mit schlichtem Griff zum Schnitzen. Nichts Besonderes, aber es war seins.

Auf dem Rückweg bemerkte er nicht, dass ihm jemand folgte. Ein elegant gekleideter Fremder mit scharfem Profil, der im Gedränge jedoch nicht weiter auffiel. Als Jasper schließlich um eine Ecke bog und verschwand, blieb der Mann stehen, riss wütend ein verwittertes Flugblatt von einem Aushang – und zerknüllte es mit finsterer Miene in der Faust.

Der Wind im Hafen frischte etwas auf. War es die letzte Ruhe vor dem Sturm? Irgendwo in der Stadt begann ein böses Spiel, das Jasper nicht kommen sah.

Additional Hints (Decrypt)

Nfgtnory

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)