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AVUS-Rennen 3 – Die legendäre Nordschleife (Vol.2) Multi-Cache

Hidden : 8/6/2017
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Teil 3 meiner Cachereihe rund um die legendären Rennen auf der AVUS


Motorradrennen 1930
Start eines Motorradrennens im Jahr 1930. Im Hintergrund die alte Nordkehre vor dem Bau der Steilkurve, links das Nordtor, das die Zufahrt zur damals noch privaten Rennstrecke regelte.



Das Areal der alten Nordkehre aus der Luft betrachtet. Unten der Startbereich und links davon das Nordtor.


Als Mitte der 1930er-Jahre die Halenseestraße geplant wurde, war die Nordkehre der AVUS diesem Vorhaben im Wege – das vorige Photo zeigt das sehr eindrücklich anhand der Brücken am oberen Bildrand, denn über diese wurde die Straße später geführt. Man entschloß sich daher, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, indem man durch den Abriss der alten Kehre den benötigten Platz schaffte und stattdessen eine neue, spektakuläre Nordschleife mit kleinerem Radius als Steilkurve errichtete, was höhere Renngeschwindigkeiten ermöglichte. Die Steilkurve wurde mit der selbst bei den heutigen NASCAR-Rennstrecken nicht erreichten Neigung von 43,6° ausgeführt und, weil in dieser Schräge keine Asphaltierung möglich war, aus Klinkern gemauert.

Bau der AVUS-Steilkurve
Bau der Steilkurve, 1936/37.


Steilkurve vor Deutschlandhalle und Verwaltungsgebäude
Die neue Steilkurve vor Deutschlandhalle und ebenfalls neuem Verwaltungsgebäude


AVUS-Steilkurve
Eine etwas ungelenke Photomontage, vermutlich von 1937. Sie zeigt sehr schön die Verläufe der alten, flachen Nordkehre und der Steilkurve.


Diese Veränderung machte die AVUS zur schnellsten Rennstrecke der Welt: Auf der Steilkurve selbst waren Geschwindigkeiten bis zu 170 km/h möglich und auf den langen Geraden erreichten die Stromlinienwagen von Mercedes und Auto Union bis zu 380 km/h. Hermann Lang, Sieger des AVUS-Rennens am 30. Mai 1937, erzielte mit seinem Mercedes über das gesamte Rennen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 261,7 km/h; Bernd Rosemeyer auf Auto Union gelang die schnellste Rennrunde mit 276,39 km/h – ein Rekord, der erst Jahrzehnte später beim „Indianapolis 500“ überboten wurde.

Startaufstellung 1937
Start des AVUS-Rennens 1937. Manfred von Brauchitsch (Gewinner beim zweiten Lauf, Startnummer 36) im Mercedes-Benz Stromlinien-Rennwagen W 25 (12 Zylinder). Luigi Fagioli (Nr. 33) im Auto-Union-Stromlinienwagen. Hermann Lang (Nr. 37), der spätere Gesamtsieger, im MB-Stromlinien-Rennwagen W 125 (8 Zylinder). Rudolf Hasse (Nr. 34) im Auto-Union.


AVUS-Steilkurve2
Ebenfalls AVUS-Rennen 1937: Luigi Fagioli im Auto-Union in der Steilkurve.


AVUS-Rennen 1937
Und noch einmal Fagiolo 1937. Die Perspektive ähnelt der des Photos ganz oben; dieses Bild wurde circa 250 Meter weiter südlich aufgenommen.


AVUS-Rennen 1937
Blick vom Funkturm, 1936: Unterhalb der Steilkurve und des neuen Verwaltungsgebäudes das Nordtor. Links die Halenseestraße, am oberen rechten Bildrand die Deutschlandhalle und darunter das temporäre Radstadion, das für die Olympischen Spiele 1936 auf dem Gelände des Berliner Sport-Clubs errichtet und bereits kurz nach den Spielen wieder abgerissen wurde.


Durch den Klinkerbelag war die Kurve extrem schwer zu fahren. Die Fahrer wurden durch die unebenen Ziegelsteine ordentlich durchgeschüttelt, und zudem waren die Klinker nicht sonderlich griffig. Insbesondere bei Regen wurde die Steilkurve zum lebensgefährlichen Abenteuer und nicht selten gab es schwere Unfälle, zum Teil mit tödlichem Ausgang. So wurde der Franzose Jean Behra 1959 mit seinem Porsche 718 aus der Kurve herauskatapultiert, prallte gegen den Sockel einer ehemaligen Flak-Stellung und schlug mit dem Kopf gegen einen Fahnenmast. Er war sofort tot. Mehr Glück hatte Richard von Frankenberg, der 1956 mit seinem Porsche 645 Spyder einen spektakulären Abflug hinlegte, den Unfall aber überlebte, obwohl sein Wagen beim Aufprall sofort in Flammen aufging:

AVUS-Südschleife von Frankenberg


Gleichzeitig mit der Nordkehre wurde am Kurvenausgang das Haus mit dem markanten Zielrichterturm als Verwaltungsgebäude der AVUS AG errichtet. Nach der Öffnung der AVUS für den allgemeinen Verkehr (siehe dazu meinen Cache AVUS-Rennen 4 – Die nie gebaute Südkehre) zog hier die Reichs-Autobahndirektion ein; nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude zum Motel umgebaut, dann 1977 modernisiert und mit einem Erweiterungsbau versehen. Heute steht der wegen des seit 1959 auf dem Dach thronenden Sterns als „Mercedes-Turm“ bekannte Bau gemeinsam mit der gegenüberliegenden Tribüne als „Sachzeugnis der Geschichte einer bedeutenden Sportstätte“ unter Denkmalschutz. Ein lebendiges Denkmal übrigens, denn anders als oft vermutet, ist das Motel nicht etwa geschlossen, sondern nach wie vor in Betrieb – und fast immer ausgebucht.

AVUS-Verwaltungsgebäude
Der „Mercedes-Turm“, davor Karl Kling, Juan Manuel Fangio und Hans Herrmann in ihren „Silberpfeilen“ (1954)


Luftbild Nachkrieg
Nachkriegsaufnahme mit der Halenseestraße und Hallen des in den späten 1930ern um das Areal des „Berliner Sport-Club“ erweiterten Messegeländes – aber ohne das „Nordtor“, das im Krieg stark beschädigt und kurz danach abgerissen wurde.


Reparaturarbeiten an der Nordkurve, 13.07.1953
Reparaturarbeiten, 13. Juli 1953


Steile Kurven in der Steilkurve, 1958
Steile Kurven in der Steilkurve, 1958



Mitte der 1960er-Jahre: Das AD Funkturm existiert noch nicht. Die AVUS-Steilkurve liegt rechts außerhalb des Bildes. Die in der Bildmitte von links kommende Straße, die auf der Wiese endet, ist heute die Überfahrt vom Stadtring A100 zur AVUS


1967 wiederholte sich die Geschichte: Wie schon 30 Jahre zuvor war die AVUS-Nordkehre erneut einem Straßenbauvorhaben im Weg, diesmal dem Bau des Dreiecks Funkturm, mit dem die AVUS an die Stadtautobahn (damals A10, heute A100) angeschlossen wurde. Zudem war die Steilkurve wegen ihrer Gefährlichkeit nicht mehr zeitgemäß. Erneut wurde also eine Nordkehre abgerissen und durch einen enger geführten Neubau ersetzt, der diesmal allerdings nur eine leichte Schräge aufwies.

Abriß der AVUS-Nordkurve Abriß der AVUS-Nordkurve
Der Abriss 1967



Die Tribünen der Nordkurve vor dem AVUS-Rennen 1973
Für das AVUS-Rennen 1973 errichtete, temporäre Tribünen an der Nordkurve.



Seit dem Ende des Rennsports auf der AVUS 1999 liegt die Nordkehre im Dornröschenschlaf. Der Innenraum, der seit dem Abriß der Steilkurve bei Rennen als Fahrerlager diente, ist ein öder LKW-Parkplatz und die Kehre selbst ist zum Lagerplatz degradiert; hier wurde zum Beispiel während des Abrisses der Deutschlandhalle und des Neubaus des „City Cube“ der Bodenaushub der Baugrube gelagert. Und leider sieht es so aus, als würde dieses Stück Rennsportgeschichte bei der geplanten Erneuerung des Dreiecks Funkturm endgültig verschwinden. Die Entwurfsplanung sieht das Areal der Nordkurve als Standort für das neue AD Funkturm vor:

Neues AD Funkturm
Die derzeitige Entwurfsplanung für das neue AD Funkturm. In der rechten Bildmitte, mitten im Grünen, das heutige Motel AVUS. Von der Nordkurve ist nichts mehr übrig.



Zum Cache:



Hier habt Ihr die Möglichkeit, ein Stück Rennsportgeschichte mit Euren eigenen Füßen zu erlaufen, ja, Ihr müsst es sogar: An den Startkoordinaten steht Ihr an der Einfahrt der Nordkehre und blickt in die Richtung, aus der früher die Rennwagen angeschossen kamen. Nicht zu übersehen ist dort ein großes Verkehrsschild, das den von der AVUS kommenden Fahrzeugen die Durchfahrt untersagt – es könnte ja sein, daß die die Zufahrt versperrende Leitplanke nicht als überzeugender Hinderungsgrund angesehen wird…

Auf der Rückseite des Schildes findet Ihr mehrere Aufkleber, darunter einen mit einer Telefonnummer. Ermittelt deren Quersumme, mulipliziert diese mit 5 und subtrahiert 1. Jetzt wisst Ihr, wie weit Stage 2 entfernt ist. Auf einem weiteren Aufkleber mit den Buchstaben „CE“ finden sich ebenfalls Zahlen, darunter eine, der die Buchstaben „NB“ voranstehen. Von dieser subtrahiert Ihr 899 und teilt das Ergebnis anschließend durch 10. Nun wisst Ihr, in welche Richtung Ihr gehen müsst (wobei der direkte Weg den T-Wert deutlich erhöhen würde).

An Station 2 findet Ihr wiederum diverse Zahlen; Euch interessieren aber nur diejenigen, die aus Richtung des Startpunktes zu sehen sind!. Ermittelt die Quersumme der (nicht überklebten) Postleitzahlen, Haus- und Telefonnummern und zieht 4 ab; dies sei A. Findet die letzten zwei Ziffern der linken PLZ und addiert zu der von ihnen gebildeten Zahl die letzte Ziffer der linken Hausnummer; dies sei B. Das Final findet Ihr in B Grad und A Metern.

Bitte achtet am Final auf Muggels, die hier häufig anzutreffen sind. Seid abends und nachts bitte auch zurückhaltend beim Einsatz von Taschenlampen, um kein Aufsehen zu erregen. Im Logbuch findet Ihr einen weiteren Namen, den Ihr für einen geplanten Bonuscache brauchen werdet.

Und nun: Ladies and Gentlemen – start your engines!





Glückwunsch an die Erstfinder:


First To Find: tarozwo und MonsterZicke (4. Juni 2016, 10:15 Uhr – 47 Minuten nach Veröffentlichung)

STF: GFFM (9. Juni 2016, 16:50 Uhr)
TTF: das_Biest und brathahn26 (9. Juni 2016, 22:22 Uhr)






Besucht alle meine Caches!



2. Juni 1967 – Benno Ohnesorg (Astradynes #1)


Centre Court '36 (Zweiter Aufschlag)


Auf dem Weg (reloaded)


Super-Nano im Tiergarten, 3. Auflage


Astradynes T-Säulen (Rückruf)


James Bond in Berlin, Teil 1


AVUS-Rennen 1 – Start und Ziel


AVUS-Rennen 2 – Die verschwundene Südkehre


AVUS-Rennen 3 – Die legendäre Nordschleife (Vol. 2)


AVUS-Rennen 4 – Die nie gebaute Südkehre


Was3Wörter alles verraten ...


Die ersten Tage der neuen Freybrücke




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